Orientierung in
forstpolitischen Fragen

Wir begleiten politische Entwicklungen, bringen Erfahrung aus der Praxis ein und zeigen Wege, wie Waldbesitzer Unterstützung finden.

Forstförderung

Die Forstförderung unterstützt Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer bei der nachhaltigen Bewirtschaftung und Entwicklung ihrer Wälder. Gefördert werden unter anderem Maßnahmen zur Wiederaufforstung, Waldpflege, zum Waldumbau sowie zum Schutz der Wälder vor Schäden durch Sturm, Trockenheit oder Borkenkäfer. Ziel der Förderung ist es, den Wald langfristig zu erhalten und an die zukünftigen Herausforderungen des Klimawandels anzupassen.

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

das BMUKN hat heute die Förderrichtlinie „Palu“ zur Wiedervernässung von Moorböden und zur Einführung einer angepassten land- und forstwirtschaftlichen Nutzung bei hohen Wasserständen veröffentlicht. Die Richtlinie ist Teil der nationalen Klimaschutzstrategie im Bereich „natürlicher Klimaschutz“. Ziel ist die Reduktion der Treibhausgasemissionen aus entwässerten Moorböden sowie die Wiederherstellung ihrer Funktion als Kohlenstoffsenken. Die Richtlinie ist beihilferechtlich von der Europäischen Kommission am 14. April 2026 genehmigt worden.

Im Folgenden finden Sie die wichtigsten Punkte der Förderrichtlinie:

1. Zweck der Förderung

Zentrales Ziel ist die Reduzierung der Torfzehrung in entwässerten Moorböden durch Wiederherstellung torferhaltender hydrologischer Verhältnisse. Dadurch sollen Emissionen gesenkt und Moorböden perspektivisch wieder als Kohlenstoffsenken etabliert werden. Die Förderung richtet sich ausdrücklich auch an land- und forstwirtschaftlich genutzte Moorbodenflächen, einschließlich Moorwaldstandorte.

2. Fördermodule und Förderkonditionen

Die Richtlinie ist modular aufgebaut und sieht folgende Fördertatbestände vor:

Fördermodul 1 – Beratung und Konzeptentwicklung

  • Beratungsleistungen zu Wiedervernässung, Nutzungsmöglichkeiten und betrieblichen Umsetzungskonzepten
  • Förderung: bis zu 100 Prozent

Fördermodul 2 – Schaffung der Voraussetzungen für Wiedervernässung

  • Aufbau und Anpassung des Wassermanagements
  • hydrologische und technische Maßnahmen zur Vorbereitung der Wiedervernässung
  • Förderung: bis zu 100 Prozent

Fördermodul 3 – Wiedervernässung und Ausgleichszahlungen

Modul 3.A – Flächenbezogene Kompensation

  • Einmalzahlung für Eigentümer bei dauerhafter Wiedervernässung
  • Höhe:
    • 80 Prozent des Bodenrichtwertes vor Wiedervernässung
    • 90 Prozent bei höherem Vernässungsgrad

Modul 3.B – Einkommensausgleich für Bewirtschafter

  • Ausgleich für entgangene Deckungsbeiträge
  • Höhe: 90 bis 100 Prozent des durchschnittlichen Standarddeckungsbeitrags der letzten fünf Jahre
  • Laufzeit: bis zu sieben Jahre
  • Bei selbst bewirtschaftetem Eigentum können beide Kompensationen kombiniert werden

Fördermodul 4 – Bewirtschaftung und Paludikultur

  • Umstellung auf Nutzung bei hohen Wasserständen (Paludikultur)
  • Förderung von Maßnahmen zur land- und forstwirtschaftlichen Nutzung nasser Moorböden
  • Förderung: 70 bis 80 Prozent

Geschwindigkeitsbonus

  • zusätzlicher Bonus von 20 Prozent auf Maßnahmen der Wiedervernässung (Modul 3)
  • Voraussetzung: Antragstellung innerhalb eines Jahres nach Veröffentlichung der Richtlinie

3. Finanzrahmen

  • Gesamtbudget: rund 1,754 Mrd. Euro bis zum Jahresende 2029 (d.h. rd. 460 Mio. Euro jährlich)
  • Finanzierung über den Klima- und Transformationsfonds (KTF)

4. Einordnung für Waldbesitzer Für Waldbesitzer mit Moorstandorten bedeutet die Richtlinie:

  • vollständige Förderung der Planung und technischen Umsetzung der Wiedervernässung
  • substanzielle Kompensation für Flächenwertverluste und Nutzungsausfälle
  • zusätzliche Einkommenssicherung in der Übergangsphase
  • Förderung neuer Bewirtschaftungsformen bei nassen Standortbedingungen

Gleichzeitig ist die Teilnahme mit einer dauerhaften Änderung der Standortbedingungen und Nutzungsmöglichkeiten verbunden.

5. Bewertung aus Verbandssicht

Positiv

  • sehr hohe Förderquoten bis hin zur Vollfinanzierung
  • klare Kompensationsregelungen für Eigentümer
  • finanzielle Absicherung der Umstellung
  • zusätzliche Anreize durch Bonusregelungen

Kritisch

  • dauerhafte Veränderung der Nutzungsmöglichkeiten auf Moorstandorten
  • langfristige Bindung an hohe Wasserstände
  • begrenzte Dauer der Einkommenskompensation
  • wirtschaftliche Unsicherheit der Paludikultur
  • hoher planerischer und administrativer Aufwand

6. Fazit

Die „Palu“-Richtlinie ist ein beihilferechtlich abgesichertes Großprogramm zur Transformation von Moorstandorten. Für Waldbesitzer bietet sie die Möglichkeit einer finanziell unterstützten Anpassung und Umstellung, bedeutet jedoch zugleich eine weitgehende strukturelle Veränderung der forstlichen Nutzung von Moorböden in Richtung dauerhafter Wiedervernässung und alternativer Bewirtschaftungssysteme.

Das BMUKN hat parallel zur heutigen Veröffentlichung der Förderrichtlinie eine Pressemitteilung versendet sowie FAQs online gestellt. Auch das BMLEH, das nach eigener Darstellung intensiv bei der Ausarbeitung der Förderrichtlinie beteiligt war, hat eine Pressemitteilung versendet.

Mit freundlichen Grüßen
Irene Seling

Mit der Förderrichtlinie Wald und Forstwirtschaft (WuF) unterstützt der Freistaat Sachsen Waldbesitzende bei der nachhaltigen Bewirtschaftung und Entwicklung ihrer Wälder.

Gefördert werden unter anderem Maßnahmen des Waldumbaus, der Erstaufforstung, des Waldschutzes, des forstwirtschaftlichen Wegebaus sowie Projekte forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse. Ziel ist es, die Widerstandsfähigkeit der Wälder zu stärken, die biologische Vielfalt zu fördern und die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes langfristig zu sichern.

Die Förderung leistet einen wichtigen Beitrag zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel und unterstützt Maßnahmen zur Entwicklung stabiler und zukunftsfähiger Waldbestände.

Weiterführende Informationen, aktuelle Förderbedingungen, Antragsunterlagen und Formulare finden Sie auf der offiziellen Förderseite des Freistaates Sachsen:

"Förderrichtlinie Wald und Forstwirtschaft (FRL WuF/2023)"
www.smul-foerderung.sachsen.de/frl-wuf-2023.html

Forstbetriebs­gemeinschaften

Forstbetriebsgemeinschaften sind Zusammenschlüsse von Waldbesitzerinnen und Waldbesitzern zur gemeinsamen Bewirtschaftung ihrer Waldflächen. Durch die Zusammenarbeit können Arbeiten im Wald besser organisiert, Kosten gesenkt und die Interessen der Mitglieder gemeinsam vertreten werden. Die FBGs unterstützen ihre Mitglieder unter anderem bei der Holzvermarktung, der Waldpflege sowie bei Fragen rund um die Waldbewirtschaftung und Förderung.

Mitglieder im SWBV

Forstbetriebs­gemeinschaft Großenhainer Land w. V.
Klostergasse 8
01558 Großenhain
Mobil: 0175 9379495
E-Mail: info@fbg-grossenhain.de
www.fbg-grossenhain.de

Forstbetriebs­gemeinschaft Niederschlesische Heide w. V.
Dunkelhäuser 4
02929 Rothenburg
Tel: 035891 32126
Mobil: 0170 3457820
E-Mail:info@eichhorst-wildtierfarm.de

Forstbetriebs­gemeinschaft Waldbauverein Deutsch-Paulsdorf w. V.
Am Spitzberg 10
02829 Markersdorf OT Deutsch-Paulsdorf
Tel.: 035829 64836
www.fbg-deutsch-paulsdorf.de

Forstbetriebs­gemeinschaft „Erzgebirge-Lausitz“ w. V.
Buchackerweg 10
01737 Grillenburg
Tel.: 035202 589580

Forstbetriebs­gemeinschaft „Waldgemeinschaft“ Neuhausen w. V.
Olbernhauer Str. 11
09526 Heidersdorf
Tel.: 037361 45388
www.waldgemeinschaft-neuhausen.de

Forstbetriebs­gemeinschaft Waldgemeinschaft Pfaffroda w. V.
Am Hofteich 21 a
09526 Pfaffoda - Schönfeld
Tel: 037360 6314
www.waldgemeinschaft-pfaffroda.de

Waldbauverein Plauen - Vogtland w. V.
Zollstr. 44
08248 Klingenthal
Tel.: 037467 28260
www.wbv-plauen-vogtland.de

Forstbetriebs­gemeinschaft Waldgemeinschaft Streitwald e.V.
Am Anger 11
08294 Lößnitz
Tel.: 03771 33973

Forstwirtschaftliche Vereinigung in Sachsen w. V.
Oelsnitzer Straße 31
08541 Theuma
Tel.: 037463 77273
www.holzvermarktung-sachsen.de

PEFC

PEFC ist die größte Institution zur Sicherstellung nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem. Holz und Holzprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen nachweislich aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Forstwirtschaft.

PEFC Deutschland e.V. wurde 1999 gegründet und entwickelt die Standards und Verfahren der Zertifizierung, stellt der Öffentlichkeit Informationen bereit und vergibt die Rechte am PEFC-Logo in Deutschland. PEFC ist in Deutschland das bedeutendste Waldzertifizierungssystem: Mit über acht Millionen Hektar zertifizierter Waldfläche sind bereits rund drei Viertel der deutschen Wälder PEFC-zertifiziert.

SVLG

Die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, ist der agrarsoziale Sozialversicherungsträger und vereint die landwirtschaftliche Unfallversicherung, Kranken- Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, und Pflegeversicherung sowie die Alterssicherung der Landwirte unter einem Dach.

Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau Weißensteinstraße 70 – 72 34131 Kassel

Telefon: 0561 785-0 E-Mail: kommunikation@svlfg.de Internet: www.svlfg.de

Links

Hier finden Sie hilfreiche Links zu Partnern und anderen Websites.

Die AGDW - Die Waldeigentümer vertritt als bundesweiter Dachverband die Interessen der rund zwei Millionen Waldeigentümer in Deutschland gegenüber Parlament, Ministerien, Wirtschaft, Wissenschaft und in den Gremien anderer Verbände. Von den 11,4 Millionen Hektar Wald in Deutschland sind 67 Prozent Privatwald sowie Kommunal- und Körperschaftswald, die Eigentümer dieser Waldflächen stehen für eine nachhaltige und multifunktionale Forstwirtschaft.

Hier finden Sie die Jahresberichte der AGDW - Die Waldeigentümer: www.waldeigentuemer.de/verband/jahresberichte/

Der Staatsbetrieb Sachsenforst ist die staatliche Forstverwaltung des Freistaates Sachsen. Zu seinen Aufgaben gehören die nachhaltige Bewirtschaftung des sächsischen Staatswaldes, die Beratung und Betreuung privater sowie kommunaler Waldbesitzer, der Schutz von Wald und Natur sowie Forschung und Bildung im Bereich der Forstwirtschaft. Sachsenforst setzt sich für den erhalt und die zukunftsfähige Entwicklung der sächsischen Wälder ein.

Hier finden sie Informationen zum Staatsbetrie Sachsenforst: www.sbs.sachsen.de

PEFC ist das weltweit größte System zur Zertifizierung nachhaltiger Waldbewirtschaftung. Es unterstützt Waldbesitzende dabei, ihre Wälder nach ökologischen, ökonomischen und sozialen Standards nachhaltig zu bewirtschaften und dies durch eine unabhängige Zertifizierung nachzuweisen.

Hier finden sie Informationen zum Staatsbetrieb Sachsenforst: www.pefc.de/

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat ist der Dachverband der Forstwirtschaft in Deutschland. Er vertritt die Interessen der Forstbranche auf Bundesebene und informiert über aktuelle Entwicklungen in der Wald- und Forstpolitik sowie zu fachlichen Themen rund um den Wald.

Hier finden sie Informationen zur Arbeit des Deutschen Forstwirtschaftrates sowie aktuelle Meldungen aus der Forstpolitik: www.dfwr.de

Die Bundeswaldinventur liefert umfassende Informationen über den Zustand und die Entwicklung der Wälder in Deutschland. Sie erfasst unter anderem Daten zur Waldfläche, Baumarten, Holzvorräten, Altersstruktur und Kohlenstoffspeicherung und bildet damit eine wichtige Grundlage für Forschung, Politik und nachhaltige Waldbewirtschaftung.

Hier finden sie aktuelle Ergebnisse und Informationen zur Bundeswaldinventur: www.bundeswaldinventur.de

Die Fachagentur Nachwachsender Rohstoffe unterstützt im Auftrag des Bundes Forschung, Entwicklung und den Einsatz nachwachsender Rohstoffe. Sie informiert über Holz als nachhaltigen Rohstoff, Bioenergie, Klimaschutz sowie aktuelle Fördermöglichkeiten und Projekte.

Hier finden sie Informationen zu nachwachsenden Rohstoffen, Förderprogrammen und aktuellen Projektem der FNR: www.fnr.de

Waldwissen.net ist eine Informationsplattform rund um Wald, Forstwirtschaft und Natur. Sie bietet fundierte und praxisnahe Fachinformationen unter anderem zu Waldbewirtschaftung, Waldschutz, Klimawandel Biodiversität und aktuellen Herausforderungen für den Wald.

Hier finden Sie Fachwissen, aktuelle Beiträge und praxisnahe Informationen rund um den Wald und Forstwirtschaft:www.waldwissen.net